09.06.2010
Verbindungen zu Familien Büchner, Weidig und Liebknecht
Der SPD Ortsverein Gervinus unterstützt die Initiative, das Grab des Darmstädter Juristen und Politikers Theodor Reh in die Liste der städtischen Ehrengräber aufzunehmen. Wie Horst Knechtel, der Vorsitzende des Ortsvereins mitteilte, sei Reh ein herausragender Vertreter derjenigen Liberalen gewesen, die 1848 in der Frankfurter Paulskirchenversammlung die erste deutsche Republik gründen wollten.
Reh sei der letzte Präsident dieser Versammlung gewesen und habe in dieser Funktion Heinrich von Gagern, ebenfalls ein Darmstädter, abgelöst. Der Politiker Theodor Reh, der von 1801 bis 1868 in Darmstadt lebte und wirkte, habe sich große Verdienste bei der Durchsetzung der Pressefreiheit und anderer wichtiger liberaler Forderungen jener Zeit erworben, so Knechtel, der die historischen Recherchen seines Ortsvereinsmitglieds Revisor Hans-Willi Ohl lobte.
Historisch interessant, so Ohl, sei zudem die Tatsache, wie die Familie Reh mit anderen wichtigen Familien jener Zeit in Verbindung gestanden habe. So war die Frau Theodor Rehs, Karoline, die Schwester jenes Friedrich Ludwig Weidig, der 1834 zusammen mit Georg Büchner den „Hessischen Landboten“ verfasst hatte. Die Tochter Natalie wiederum hatte 1868 den SPD-Gründer Wilhelm Liebknecht geheiratet. Einer ihrer Söhne war Karl Liebknecht, der nach der Novemberrevolution von den Freikorps umgebracht wurde.
Reh, so Knechtel, sei ein Vorkämpfer für die Demokratie in Deutschland gewesen, ein liberaler Politiker, der es verdiene, in eine Reihe mit Heinrich von Gagern gestellt zu werden.
Der Stadt Darmstadt müsse es ein Anliegen sein, das Grab dieses Mannes und seiner Familie auf dem Alten Friedhof in besonderer Weise zu pflegen, zu unterhalten und an hervorragender Stelle in Stadtpublikationen darauf zu verweisen, so Knechtel und Ohl für den SPD Ortsverein Gervinus.