15.06.2010

SPD Darmstadt fordert: Thilo Sarrazin soll Parteibuch abgeben

Hanno Benz

Im Rahmen einer Vorstandssitzung hat der Unterbezirksvorstand der Darmstädter SPD am 15. Juni 2010 die erneute verbale Entgleisung von Thilo Sarrazin anläßlich des Jahresgesprächs des Arbeitskreises Schule und Wirtschaft verurteilt. Die Darmstädter SPD fordert Thilo Sarrazin auf, umgehend die SPD zu verlassen und sein Parteibuch endlich abzugeben.

„Die Äußerungen des Bundesbankvorstandsmitgliedes Thilo Sarrazin sind völlig inakzeptabel. Die SPD Darmstadt distanziert sich deutlich davon und bedauert, dass diese Äußerungen ausgerechnet in der Wissenschaftsstadt Darmstadt gefallen sind“, erklärt der stellvertretende Parteivorsitzende Hanno  Benz. Die SPD Darmstadt ist der Auffassung, dass Migranten eine Bereicherung für jede Gesellschaft sind. „Bildung hat nichts mit der Herkunft zu tun, sondern mit Bildungschancen innerhalb einer Gesellschaft. Menschen aufgrund ihrer Herkunft als ungebildet oder dumm darzustellen, entbehrt jeder Beschreibung und schürt nur weiter Vorurteile“, so Benz.

„Die SPD ist eine Partei, in der gerne und häufig auch kontrovers diskutiert wird und in der es ein breites Meinungsspektrum gibt. Es gibt aber Grenzen, die dabei nicht überschritten werden dürfen. Das aber hat Thilo Sarrazin getan“, so Sabine Seidler, Beisitzerin im Unterbezirksvorstand. Sarrazin habe sich mit diesen rassistischen Äußerungen als Gegner eines aufgeklärten, liberalen und sozialen Gesellschaftsentwurfs gezeigt, für den die SPD auch in Darmstadt steht.

Der Unterbezirksvorstand der Darmstädter SPD wird hierzu eine Resolution zum Parteitag am 19. Juni 2010 einbringen.



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