29.06.2010
Bedauern und Unverständnis löst bei der Darmstädter SPD die Nachricht aus dem Landkreis aus, dass das Vorhaben einer gemeinsamen Schulentwicklungsplanung für die Jahre 2010 bis 2015 nicht umgesetzt werden soll.
Der Schulausschuss der Stadt Darmstadt hat fast einstimmig den Schuldezernenten Dr. Dierk Molter aufgefordert, zusammen mit dem Schuldezernenten des Landkreises Christel Fleischmann alles zu tun, um die anstehenden Planungsprozesse zeitnah zu Ende zu bringen. Für beide Gebietskörperschaften sind die notwendigen Vorarbeiten längst abgeschlossen.
Schulfachleute aus Stadt und Landkreis verstehen den entfachten Streit am Beispiel der Planungs- und Entwicklungsregionen nicht, da für größere Planungseinheiten immer Teilbereiche für die Feinabstimmung benötigt werden.
„Gerade weil die Finanzressourcen künftig immer knapper werden, gleichzeitig aber die Aufgaben, die an die Schulen gestellt werden, stetig wachsen, ist die Kooperation zwischen Stadt und Landkreis sinnvoll und wichtig. Genau das sollte eine gemeinsame Schulentwicklungsplanung verwirklichen“, so der schulpolitische Sprecher der SPD-Fraktion Horst Härter.
Dass sich eine sinnvolle Planungsregionalisierung zum Streitthema entwickelt hat, ist auf eine einseitige Betrachtung des Themas Schule ausschließlich unter dem Blickwinkel Gymnasium entstanden. Eine Reduktion des Leitthemas Schule nur auf das Stichwort Gymnasium wird aber niemanden gerecht.
„Ein Schulentwicklungsplan muss alle Schulformen bedenken und ihre Bedürfnisse berücksichtigen“, so Härter.
Die Zugangsrechte von Darmstädter Kindern aus den Vororten war nie ein Thema der Planungsprozesse gewesen. Alle haben die gleichen Zugangschancen, und sollen sie weiterhin behalten.
Die Sozialdemokraten fordern den zuständigen Stadtrat Dr. Dierk Molter auf, dem Beschluss des Schulausschusses zu folgen und intensiv mit dem Landkreis zusammenzuarbeiten, damit die Zeitplanung eingehalten werden kann. Die zögerliche Einstellung zu diesem Vorhaben ist für die SPD-Fraktion nicht nachvollziehbar und findet auch kein Verständnis.
Ein Verschieben hinter die Kommunalwahl bedeutet nicht nur Zeit- und Vertrauensverlust, sondern birgt auch die Gefahr, dass jetzt jahrelang in diesen dringlichen Bereichen nichts geschieht. Daher fordert die SPD-Fraktion auch weiterhin eine gemeinsame Schulentwicklungsplanung.