11.06.2010
Viele Sportstätten in Darmstadt sind 30 bis 40 Jahre alt. Als diese Sportstätten errichtet wurden, spielten Energiekosten eine untergeordnete Rolle – im Gegensatz zu heute. Seitdem sind die Preise für Energie massiv gestiegen. Alleine in den letzten zwei Jahren hat sich der Preis für Energie verdoppelt. Das bekommen die Vereine in Darmstadt immer mehr zu spüren. Die SPD-Fraktion hat deshalb eine Informationsveranstaltung für Vereine organisiert: „Energiekosten runter, aber wie?“ Sie fand am 10. Juni 2010 in den Räumen der SG Arheilgen statt. Die Moderation übernahm der sportpolitische Sprecher der Darmstädter SPD-Fraktion Walter Schmidt.
Bei der Veranstaltung ging es darum, die Vereine darüber zu informieren, wie sie mit Energieeinsparungen Geld sparen können. Neben den Vereinen profitieren die öffentlichen Haushalte von einer energetischen Sanierung von Sportstätten. Alleine in der Bundesrepublik könnten jährlich über 30 Millionen Euro an Betriebskosten und Zuschüssen an Vereine dadurch gespart werden. Schon kleine Vereine haben oft Betriebskosten von 3000 bis 6000 Euro im Jahr – Kosten, die über Mitgliedsbeiträge und Spenden oft kaum noch eingespielt werden können. In Darmstadt gibt es 14 Sportvereine mit eigener Sportstätte. Sportvereine haben eine wichtige soziale Funktion. Alleine in Darmstadt treiben über 12.000 Kinder Sport in Vereinen.
Auch hat die Frage der Energieeffizienz viel mit Klimaschutz zu tun. Würde man die deutschen Sportstätten alle mit moderner Technik ausrüsten und umfassend sanieren, ließen sich umgerechnet 20 Milliarden Kilowattstunden Strom einsparen – das ist mehr, als Berlin und Köln zusammen im Jahr verbrauchen. Es würden über sechs Millionen Tonnen Klimagase vermieden.
Referenten der Veranstaltung waren der Sportstättenberater des Landessportbund Hessen Jens Prüller, der einen Vortrag über „Kosteneinsparung und Klimaschutz im Sport“ hielt. Hier stellte er unterschiedliche Angebote des Landessportbundes Hessen vor, wie den unabhängigen Energiecheck für Vereine. Ihm schloss sich Witold Kreutz von der ENTEGA-Haustechnik an, der an griffigen Beispielen deutlich machte, wo die meisten Energiesparpotenziale steckten. Er gab auch praktische Tipps, worauf man achten könne. Den Abschluss bildete der Leiter der HSE-Konzernkommunkaiton Jürgen Hein-Benz, der das Projekt Vision 2020 vorstellte, in der Sportvereine finanzielle Anreize erhalten, energiebewusst zu handeln.