27.04.2010

Bundestreffen der Kulturforen

Darmstädter Kulturpolitiker zu Gast in der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 Kulturförderabgabe auch für Darmstadt gefordert

Darmstädter Kulturforum

(kds). Zum Bundestreffen der sozialdemokratischen Kulturforen hatte Bundesvorsitzender Wolfgang Thierse in diesem Jahr an die Ruhr eingeladen: „Ruhr.2010 – Kulturhauptstadt Europas“ bildete den Rahmen für den regen Austausch zwischen sozialdemokratischen Kulturpolitikern und für ein informatives wie unterhaltsames Kulturprogramm. Für das Darmstädter Kulturforum waren die Vorsitzende, Sandra Russo und  Frank Horneff vom Vereinsvorstand an der Ruhr dabei.

Zum Auftakt trafen die aus allen Teilen der Bundesrepublik angereisten Sozialdemokraten in Gelsenkirchen beim Kulturempfang der NRW-SPD mit der SPD-Spitzenkandidatin für die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, zusammen. Für die stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende gab es viel Beifall für ihre kulturpolitische Ausführungen: „Kultur und Kunst dürfen kein Luxus sein. Sie müssen allen zugänglich sein. Kulturelle Bildung und ästhetische Erziehung in Kindergarten, Schule, Jugendarbeit und Berufsbildung sind die Tore zu allen Formen der Kultur.“  Hannelore Kraft: „Wir kämpfen gegen jede soziale und kulturelle Spaltung unserer Gesellschaft!“

Der Schauspieler Leonard Lansink (u.a. bekannt als TV-Ermittler Wilsberg ), bekennender Sozialdemokrat und in Gelsenkirchen aufgewachsen, stellte sich den Fragen von Wolfgang Thierse. Er erzählte aus seinem bewegten Leben und bekannte sich dazu, mit der Sozialdemokratie für ein flächendeckendes Kulturangebot einzutreten, das zu erschwinglichen Preisen und bei niedrigen Zugangsschwellen breiten Teilen der Bevölkerung offenzustehen habe.

Sandra Russo sprach im Rahmen der Jahresberichte der regionalen Kulturforen im neuen Folkwang-Museum in Essen über die erfolgreiche Arbeit des Darmstädter Kulturforums ein Jahr nach seiner Gründung. Sie ging dabei auch auf aktuelle Entwicklungen in der Darmstädter Kulturpolitik ein. Dabei wurde schnell klar: Allen Kommunen, kreuz und quer durch die Republik, fällt eine angemessene Kulturförderung wegen der leeren kommunalen Kassen zunehmend schwer. „Der Zwang zur Haushaltskonsolidierung darf nicht zu Lasten der Kultur in unseren Kommunen gehen!“, so Sandra Russo, unterstützt von zahlreichen kommunalen Kulturpolitkern: „Kultur für alle muss trotz leerer Kassen unser Ziel bleiben! Die Einführung einer Kulturförderabgabe, nachdem in Berlin die Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes für Hotelübernachtungen beschlossen wurde, kann auch in Darmstadt ein Beitrag zur Stärkung der Kultur auf kommunaler Ebene sein.“

Im Stadttheater Oberhausen diskutierten die Vertreter der Kulturforen weiter über die Zukunft der kommunalen Kulturfinanzierung. Erkenntnis auch hier: Viele Kommunen stehen mit Blick auf die „freiwillige Leistung“ Kultur längst am  Abgrund, hier sehen die regionalen Kulturforen den Bund und die Länder gefordert, um die Finanzausstattung der Kommunen für die Förderung von Kunst und Kultur nachhaltig zu verbessern.

Höhepunkte des Rahmenprogrammes waren neben dem Besuch des Museums Folkwang in Essen auch die Visite im Gasometer Oberhausen, das beeindruckende Industriedenkmal und Erkennungszeichen einer ganzen Region, sowie das Ruhr.Museum in der Zeche Zollverein in Essen.

Fazit: Ruhr.2010, die Kulturhauptstadt Europas, hat viel zu bieten: Zu erleben ist dort die außerordentliche kulturelle Vielfalt einer Metropole im Werden: Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel.
Und es ist zu erleben, was in der Kultur möglich ist, wenn alle Akteure als gleichberechtigte Partner an einem Strang ziehen – und sich dabei auch über eine gemeinsame Richtung einig sind: Durchaus ein Vorbild für andere Kulturregionen!



Zurück